Für die alten Ägypter bestand jeder Aspekt des Lebens aus zwei Elementen die männlich oder weiblich, aktiv oder passiv, aggressiv und gütig waren. Während in den meisten Kulturen Weiblichkeit mit Sanftmut gleichgesetzt wurde, waren in Ägypten einige der furchtbarsten Gottheiten weiblich. Aber sie verfügten auch über eine gütige Seite, denn sie beschützen, wenn sie ausreichend besänftigt wurden. Hier ausgiebig auf die über 900 altägyptischen Götter und die alte Religion einzugehen, würde den Rahmen meiner Webseiten sprengen. So will ich hier nur auf 3 Gottheiten zu sprechen kommen.

Die alten Ägypter - die sich selbst Remet en Kemet - Volk der schwarzen Erde nannten - lebten nach einer Ordnung, die streng geregelt war, denn allem voran steht:

Maat - Wahrheit

Name der Göttin Maat in HieroglyphenDie Göttin Maat

Die Göttin der Weltordnung. Ihre Feder symbolisiert das empfindliche Gleichgewicht zwischen Ordnung und Chaos. Maat ist ein Charakterfundament, schwer zu definieren und eher ein Prinzip; sie ist weder Gottheit noch Religion, sondern die Verkörperung moralischen Rechts und sittlichen Anstandes. Sie allein ist zuständig für die Ordnung in der Welt. Das Herz als Sitz des Verstandes beherbergt die Maat. Ihr Gegenstück ist Isfet; Unrecht und Gewalt.
 

 Bastet

               Die Göttin Bastet

ist die sanfte, zarte Göttin der Lust und der Liebe. Bastet ist, wie ihr unberechenbares Symboltier die Katze, eine eigenwillige Göttin. Mit der aus der Ferne kommenden Hathor verwandt ist sie zugleich den Frauen mit ihren Bitten um Fruchtbarkeit und glückliche Geburt nahe. Katzen wurden in "Kemet" immer schon verehrt. Die Ägypter zähmten die wilde Falbkatze, um die Getreidespeicher von Mäusen zu befreien. Sie verehrten die Katzen aber nicht nur wegen ihrer Fähigkeit, zu jagen, denn bald erlag das schönheitstrunkene Volk dem Charme der Katzen und so begann der Triumphzug des "Schmusetigers" rund um die Welt. Miu nannten die Ägypter ihre geliebten Katzen. Sie rasierten sich beim Tode ihrer Hauskatzen zum Zeichen der Trauer tatsächlich die Augenbrauen ab. Das Töten einer Katze galt sogar als Kapitalverbrechen.
Doch bei der nächsten Göttin zeigen sich die gravierenden Unterschiede. Ist die sanfte, niedliche Bastet mit ihrem Sistrum in der Hand oder dem Körbchen im Arm und den Ohrringen noch ein possierliches Schmusetier, so zeigt sich bei Sachmet die ganze grausame Wirklichkeit der gnadenlosen Natur in der die alten Ägypter lebten...

Sachmet

Die Göttin Sachmet
Dame des roten Tuches, Tochter des Re, Herrin der Angst oder Nebet Sedau, Herrin des Zitterns


Sie ist die mächtige Göttin, die meinen 3 Romanen um Bent ihren Namen gibt. "Die Mächtige" heißt ihr Name übersetzt und tatsächlich zeigen ihre Hieroglyphen ihre uneingeschränkte Macht: Das Sechem-Zepter steht für die Macht, die Eule und die Königskobra untersteichen diesen Anspruch. Durch den stilisierten Brotlaib erkennt der Leser der Hieroglyphen daß es sich um eine weibliche Namensform handelt. Ausgesprochen würden die Hieroglyhen: Sechem Me lauten, der Brotlaib als Buchstabe t wurde damals nicht ausgesprochen. Noch mächtiger als ihr Name ist dagegen ihre Erscheinung: eine schlanke Frau mit dem Kopf einer Löwin. Alle Aspekte einer Löwin wurden von den Ägyptern auf diese Göttin übertragen. Und genau wie die Löwin in der Natur ihren Pascha versorgt und beschützt, so beschützt eine Große Königliche Gemahlin - Hemet Nesut - ihren Gatten. Als irdische Verkörperung der Maat (Weltenordnung) gleichgestellt, agiert sie auch als wilde, ungezähmte Sachmet. Vor allem als ihre gewalttätige Seite, als Auge des Re, ist sie die furchtlose Verteidigerin und Beschützerin Pharaos.

Pharao wurde so tatsächlich von der Löwengöttin Sachmet, der Tochter des Re, bewacht. Sie lenkte die Kräfte der Aggression und der Zerstörung. Als Auge des Re war sie die Rächerin, die Res Feinde mit ihrem brennenden Atem vernichtete. Ihr Titel "Dame des roten Tuches" macht deutlich, daß sie mit dem Blut der Schlacht assoziiert wurde. Sie wurde inschriftlich auch als "Herrin der Angst" charakterisiert. Sachmet konnte Seuchen und Krankheiten - allem voran die Pest - bewirken und ihre Priester waren medizinisch ausgebildet, um die Folgen ihres Wirkens mildern zu können.


Das altägyptische Wort für Gott "Netjer" findet sich heute noch in der Liturgiesprache der Kopten wieder: "núti".

Die Gebote der Götter, egal ob Gute und Böse, Mächtige und Schützende, Götter für die Lebenden wie für die Toten, mußten eingehalten werden. Und damit man nicht doch mal eins vergaß, gab es schützende Briefe, in denen zu lesen war, welche guten Taten man vollbracht hatte:

"Ich gab den Hungernden Brot, den Dürstenden Wasser, den Nackten Kleidung.
Ich achtete meinen Vater und liebte meine Mutter.
Ich habe nicht geraubt!
Ich habe niemandem Leid zugefügt!
Ich habe nicht die Getreidemaße gefälscht!
Ich habe Kindern nicht die Milch weggenommen..."
usw.

Solche Briefe - Totenbücher genannt - konnte man entweder in einem Tempel oder bei einem Schreiber auf dem Markt kaufen, wenn man über das Nötige Kleingeld verfügte.


 

Die Titel "Am Horizont der Sonne", "Deshret Rote Erde", alle drei "Sachmet"- Bände , die Leseproben daraus und die Coverabbildungen sind urheberrechtlich geschützt!
Alleiniges Copyright © Katharina Remy

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